Porträts in sw

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Der Spieler, Hong Kong 2017

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Der Veteran, Portsmouth 2015

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Der Alte, Istanbul 2015

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Der Chauffeur, Salisbury 2015

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Der Bildhungrige, Istanbul 2015

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Der Haka-Tänzer, Rotorua 2017

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Der Überzeugte, Melbourne 2017

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Der Gelassene, Melbourne 2017

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Die Verschleierte, Istanbul 2015

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Der Bauer, Huahine 2017

 

Weitere SW-Projekte: Workshop Streetfotografie , Tasmanien: Cradle Mountains , Neuseeland: Dunedin , Tasmanien: Lake Gorden – Lake Padder

Abschied von Neuseeland

Montag, 10. April 17

Heute verbrachten wir einen richtigen Urlaubstag in Piha am Strand, packten Koffer und machten unsern Camper fertig zur Abgabe.

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Piha liegt, von Bergen umrahmt, an einer herrlichen Bucht. Der Lions Rock, ein gewaltiger Fels vulkanischen Ursprungs, unterteilt den feinkörnigen, schwarzen Sandstrand in zwei Abschnitte.

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Am Dienstag machten wir uns dann in aller Ruhe auf den Weg nach Auckland. Die Fahrzeugabgabe erfolgte ohne Probleme. Bereits um 14 Uhr bezogen wir unser Hotel in der City.

Die Zeit bis zu unserem Treffen mit Gudrun, wollten wir zu einem Stadtbummel nutzen. Dabei fielen uns zwei Kirchen besonders auf. Im ersten Beispiel drängt sich die Frage auf, wo heute die Kompetenz in himmlischen Angelegenheiten zu verorten ist.

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Auch das zweite Beispiel zeigt, dass die Kirchen – nicht nur in Neuseeland – mächtige Konkurrenz bekommen haben. Jedenfalls ist der Kirchturm längst nicht mehr das höchste Gebäude in der Stadt.

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Gudrun ist vor etlichen Jahren nach Neuseeland ausgewandert. Wir hatten sie bei der Hochzeit eines unserer Patenkinder kennen gelernt und freuten uns nun darauf, sie fern der Heimat wieder zu treffen. In einem Lokal am Viaductharbour aßen wir gemeinsam zu Abend, ein wirklich netter Abschluss.

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Auf unserem Rückweg ins Hotel nahmen wir noch einige Eindrücke auf.

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Mittwoch, 12. April 17

Morgens um 6:45 Uhr holte uns das Taxi am Hotel ab und brachte uns zum Airport. Heute wartete noch ein besonderes Erlebnis auf uns, ein Flug in die Vergangenheit. Zum ersten Mal überquerten wir die Datumsgrenze. Gestartet am Mittwoch, 12. April 17, in Auckland, erreichten wir nach 5 Stunden Flugzeit Papeete (Tahiti) am Dienstag, 11. April 17. Man kann sich die Sache ja sachlich erklären, aber es ist dann doch komisch, einen Tag zweimal zu erleben.

Eines aber ist sicher, wir werden noch oft an Neuseeland, die vielen Erlebnisse und die netten Leute zurück denken.

Zu_Besuch_bei_Tölpels

Sonntag, 9. April 17

Heute ging es den letzten Abschnitt in Richtung Auckland. Kurz vor unserem Ziel Piha, einem kleinen Ferienort, der von Bergen umrahmt an der Küste liegt, besuchten wir die Basstölpel-Kolonie in Muriwai. Diese Kolonie ist wohl die am einfachsten zu erreichende von ganz Neuseeland. Während sonst mühsame Anmärsche nötig sind, Touren gebucht werden müssen oder Eintritte in Schutzgebiete zu entrichten sind, reichen hier ein paar Schritte aus, um vom Parkplatz zur Kolonie zu gelangen.

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Die meisten Vögel sind zwar um diese Jahreszeit bereits abgereist, doch gibt es stets genügend „Spätgeborene“, die vollends aufgezogen werden müssen. Nachfolgend einige Eindrücke von den Zuständen bei Tölpels.

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Die Jungvögel sind am „Tarnanzug“ leicht zu erkennen.

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Beim Heranschaffen der Nahrung ist die Landung für Tölpel eine schwierige Prozedur, nicht selten kommt es zur Bruchlandung.

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Die Pflege des Gefieders gehört zu den permanenten Aufgaben.

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Beim Sex ist man bei Tölpels nicht zimperlich,

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doch sonst verläuft das Familienleben recht friedlich.

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Nach dem Aufschütteln des Kopfkissens,

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folgt ein kurzer Schönheitsschlaf.

Maori_Hochzeit

Samstag, 08. April 17

Von Ahipara aus ging es heute entlang der Kauri Coast nach Süden. Die Wartezeit auf die Fähre über den Hokianga Harbour verkürzten wir uns mit einem Vesper. Das fanden auch die Hühner der Umgebung toll. Offensichtlich wussten diese genau , dass hier ein guter Futterplatz ist, jedenfalls ließen sie Rose nicht mehr aus den Augen.

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Auf der gegenüberliegenden Seite überraschte uns die Ortschaft Rawene mit schönen Wohnlagen.

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Die Straße brachte uns wieder zurück an die Küste nach Omapere. Mächtige Sanddünen trennen hier den Hokianga Harbour von der Tasman Sea.

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Wir saßen im Cafe oberhalb des Strandes und hatten gerade unsere Tassen geleert, als ein hellblauer Straßenkreuzer, mit Hochzeitsschmuck verziert, gemächlich vorbei glitt. Schnell saßen wir in unserem Camper und fuhren hinterher. Nach kurzer Fahrt sahen wir eine Menschenansammlung am Strand. Der blaue Schlitten wurde offensichtlich sehnlichst erwartet. Obwohl die Straße völlig zugeparkt war, konnten wir unseren Wagen irgendwo dazwischen quetschen.

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Inzwischen war die Braut mit einigen Brautjungfern dem Hochzeitsauto entstiegen und schritten zum Strand. Dort warteten der Bräutigam mit Kind und mit seiner männlichen Verstärkung (in Rot), der Pfarrer und der Rest der Hochzeitsgesellschaft.

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Die Alten saßen in den vordersten Reihen, doch es gab auch jüngere Gäste.

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Nach einleitenden Worten des Pfarrers, zeigte sich die Damenwelt ergriffen

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(zumindest vordergründig),

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während bei den Jungs die Reaktion nicht so eindeutig ausfiel.

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Dann machte der Pfarrer ernst.

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Am Ende schritt das frisch getraute Paar freudig von dannen. Die noch nicht verheirateten Paare folgten. Nach der Zeremonie gab es unter den Gästen noch den einen oder anderen Schwatz, die Gesellschaft löste sich jedoch rasch auf.

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Hoch erfreut, setzten auch wir unsere Fahrt fort. Nach einem letzten Blick zurück auf Omapere und den Hokiango Harbour, ging es auf kurvenreicher Strecke hinein in die Kauriwälder.

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Wir hatten Glück, als wir am Tane Mahuta ankamen, war die Schuhwaschanlage gerade fertiggestellt. Tags darauf sollte der Boardwalk, von dem aus der Tane Mahuta besichtigt werden kann, wieder eröffnet werden. Die Waschanlage soll verhindern, dass durch verschmutzte Schuhe Pilze eingeschleppt werden, die den Baum schädigen können. Wir durften noch vor der Wiedereröffnung eine Art Probelauf absolvieren.

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Der Tane Mahuta ist mit knapp 52 m der größte bekannte Kauribaum. Sein Alter wird auf 1250 bis 2500 Jahre geschätzt und mit 13,77 m Stammumfang macht er wirklich eine beeindruckende Figur.

In einem nahe gelegenen Camp der Forstverwaltung, bezogen wir zwischen jüngeren Kauribäumen unser Nachtquartier.

Cape_Reinga

Donnerstag, 06. April,

eigentlich wären wir gerne als einzige Gäste auf unserem herrlich gelegenen Campground geblieben und hätten den Tag in der Sonne genossen. Die hatte sich endlich wieder einmal hervor wagte und weckte zarte Hoffnungen auf besseres Wetter.

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Wir entschieden uns jedoch weiter nordwärts zu fahren. Das schmale Sträßchen nach Russel wandte sich in engen Kurven von Bucht zu Bucht und erlaubte immer wieder tolle Ausblicke auf Land und Meer.

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Russel, ein Ausflugs- und Ferienort, ist an der bekannten Bay of Islands gelegen. Von Paihia aus ist der Flecken mit der Personenfähre zu erreichen.

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Wer wie wir mit dem Auto unterwegs ist, muss die Autofähre von Okiato nach Opua benutzen, um nach Paihia zu gelangen. Das Hochwasser der letzten Tage hatte auch im Meer erkennbar seine Spuren hinterlassen. Überall, wo ein Fluss- oder Bachlauf das Meer erreichte, war das Blau des Meeres einem warmen Braun gewichen.

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Das nördlich von Paihia gelegene Örtchen Waitangi hat für die Maori und Neuseeland große Bedeutung. Hier wurde 1840 der Vertrag zwischen den Maori und der Britischen Krone geschlossen. In diesem Vertrag anerkennen die Maori die Herrschaft der Krone über Neuseeland und erhalten im Gegenzug die volle Anerkennung als Staatsbürger.

Am späten Nachmittag erreichten wir den Campground in Karikari.

Anderntags setzten wir die Fahrt in Richtung Cape Reinga fort. Einerseits sahen wir entlang der Strecke, wie auch in anderen Regionen des Northlands, verfallende Häuser, andererseits waren wir jedoch ob der Besiedelung in dieser völlig abgelegenen Ecke überrascht.

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Kurz bevor man das Cape Reinga erreicht, führt ein kurzer Abstecher zu den Te Paki Sanddünen. Dabei handelt es sich um Wanderdünen von beachtlicher Dimension. Die Dünenlandschaft wird zum Land hin vom Flüsschen Te Paki begrenzt. Der Flusslauf bildet dabei eine scharfe Grenze zwischen den unbefestigten Dünen und der günen Vegetation. Der Te Paki Stream durchbricht an dieser Stelle die Wanderdünen und bringt bei extremen Niederschlägen das Oberflächenwasser bis ins Meer.

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Damit bildet der Flusslauf zugleich den nördlichsten Zugang zur Ninety Mile Beach und wird von Tourenbussen und Allradfahrzeugen als Autobahn benutzt.

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Doch selbst die starken Regenfälle der letzten Tage hatten nicht ausgereicht, den Fluss über mehrere Tage bis an den Strand zu tragen. Das Wasser versickerte noch vor Erreichen der Beach.

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Am Cape Reinga, markierte das nördliche Ende des SH 1 auch den nördlichen Wendepunkt unserer Neuseelandtour. Vor wenigen Wochen standen wir noch in Bluff, dem südlichen Ende des State Highway 1. Zwischen beiden Punkten liegen knapp 1500 km Luftlinie.

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Wir fuhren die gut 100 km lange Landzunge zurück nach Ahipara, dem südlichen Ende der Ninety Mile Beach. Wer also an den Te Paki Dünen mit seinem Fahrzeug auf die Ninety Mile Beach abgebogen ist, kann hier in Ahipara nach ca. 80 km Fahrt entlang der Wasserlinie den Strand wieder verlassen. Natürlich gibt es auch vorher schon die eine oder andere Möglichkeit, dem Strand zu entrinnen. Schon manches Fahrzeug soll jedoch auf dieser Piste für immer im Sand geendet haben. Die Ninety Mile Beach ist in Neuseeland als offizielle Straße ausgewiesen.

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Die Ninety Mile Beach bei Ahipara ist durchaus befahren, doch mit etwas Glück, kann man sogar noch einen Surfer sehen ;-).

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Neue_Seen_in Neuseeland

Dienstag, 04. April

Die ganze Nacht hindurch hatte es geschüttet. Deshalb waren wir erfreut, als der Regen am Morgen nachließ. Die Zeit bis zum nächsten Guss wollten wir nutzen. Wir brachen zügig auf. Gleich neben Hahei liegt die berühmte Cathedral Cove, die wollten wir in jedem Fall besichtigen.

Zum Cathedral Cove Marine Reserve gehören mehrere Buchten, die durch ein Wegenetz erschlossen sind. Das nachfolgende Bild zeigt die Stingray Bay.

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Die letzte Bucht ist die bekannte Cathedral Cove. Diese besteht eigentlich aus zwei Buchten, die jedoch durch einen natürlichen Felstunnel, den Arch Way, miteinander verbunden sind.

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Weiter ging es Richtung Cormandel. Unterwegs hatte es bereits mehrfach geregnet. Eine kurze Regenpause nutzten wir zum Mittagessen.

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In Cormandel war dann der Spaß vorbei. Es fing dermaßen an zu Schütten, dass man alleine schon bei dem Gedanken, aussteigen zu müssen, klatschnass wurde. Da wir erst vor wenigen Tagen von Campern erfahren hatten, dass sie beim letzten großen Regen für drei Tage auf der Coromandel Halbinsel fest saßen, weil die Straßen verschüttet waren, machten wir uns zügig auf, um die Halbinsel zu verlassen. Der Regen hatte etwas nachgelassen, als wir in Thames die alten Häuser und die Kirche aus den 19. Jahrhundert besichtigten. Ein Alter von über hundert Jahren ist für Neuseeland schon eine beachtliche Geschichte.

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Als erneut Starkregen einsetzte, lenkten wir unser Fahrzeug auf die SH1. In Ramarame, südlich von Auckland, wähnten wir uns sicher für die Nacht.

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Es muss schon am Regen liegen, wenn man eine 0815 Raststätte an der SH1 für fotogen hält.

Mittwoch, 05.April

Die Nacht hatte es durchgeregnet. Zwei Frauen, die am Abend noch versucht hatten, ihr Zelt aufzustellen, kamen mit ihren Schlafsäcken aus dem Gemeinschaftsraum als wir beim Frühstück saßen. Kurz darauf quälten wir uns auf der Autobahn in Richtung Auckland. Wiesen standen unter Wasser, frisch mit Setzlingen bestückte Felder hatte es einfach weg gespült und Rinnsale waren zu reißenden Bächen angeschwollen.

Wir wollten so schnell und so weit wie möglich nach Norden kommen, dort sollte die Wetterbesserung zuerst ankommen. Von der Autobahnbrücke in Auckland warfen wir einen flüchtigen Blick auf die Stadt, in wenigen Tagen würde hier unser Neuseelandaufenthalt enden.

Auf dem Weg nach Norden führten die Flüsse Hochwasser. Die nachfolgenden Bilder habe ich nördlich von Whangarei aufgenommen.

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Als wir am Nachmittag von der SH1 in Richtung Russel abbogen, lies der Regen nach. In Oakura, in einer herrlichen Bucht, endete unsere Regenfahrt auf einem tollen, menschenleeren Campground. Die Gäste waren tags zuvor geflüchtet, als sich auf dem Platz zwei neue Bäche gebildet hatten.

Coromandel

Auf dem Campground in Papamoa hatten wir ein englisches Ehepaar als „Zeltnachbarn“. Die beiden waren vor einigen Jahren nach Neuseeland ausgewandert und leben jetzt bei Tauranga, also ganz in der Nähe. Von denen ließen wir uns gerne dazu überreden, den sonnigen Sonntag am herrlichen Strand von Papamoa zu verbringen.

Als wir am Montag, 03. April, in Richtung Coromandel Peninsular aufbrachen, war die erste Regenfront schon durchgezogen. Nach kurzer Fahrt entlang der Bay umrundeten wir in einem einstündigen Morgenspaziergang den Mt. Maunganui, der die Hafeneinfahrt von Tauranga markiert und nur eine schmale Landverbindung hat. Wie das untere Bild zeigt, gibt es also auch hier Panoramawege und das sogar besonders schöne.

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Tauranga ist ein florierendes Wirtschaftszentrum. Die Lage der Stadt an einem ausgedehnten und vielgliedrigen Naturhafen begünstigt nicht nur die Unterhaltung großer Hafenanlagen sondern beschert der Stadt auch herrliche Wohnlagen und Stadt nahe Sport- und Erholungsmöglichkeiten.

Gegen Mittag erreichten wir die Kleinstadt Waihi. Zwar sind hier die großen Tage des Goldrausches auch schon vorbei, doch im Unterschied zu den meisten sonstigen Fundorten wird hier auch heute noch Gold abgebaut. In Waihi gibt es im wahrsten Sinne des Wortes eine Goldgrube, denn das Gold wurde hier, in den Jahren 1987 bis 1997 im Tagebau gewonnen. Die Grube, unmittelbar am Stadtrand gelegen, ist heute eine touristische Atraktion. Inzwischen werden die Gold- und Silbervorkommen nur noch unter Tage abgebaut. Der Fortbestand des Bergbaus spült Waihi offensichtlich nach wie vor genügend Einnahmen in die Kasse.

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Der letzte Punkt unseres Besichtigungsprogramms war an diesem Nachmittag der Hot Water Beach. Der Name ist hier Programm. Schon vom Parkplatz aus fällt die Menschenansammlung am Strand auf. Unwillkürlich ist man versucht, an einen neuerlichen Goldrausch zu glauben, doch hier geht es um eine wesentlich profanere Spielart der Natur, heißes Wasser. Hier am Strand sickert dicht unter der Oberfläche heißes Wasser in Richtung Meer. Wer eine Mulde an der richtigen Stelle gräbt, kann sich anschließend im heißen Wasser suhlen. Und so sind alle beschäftigt. Wer hat, gräbt mit der Schaufel, andere mit bloßen Händen. Wieder andere genießen sichtlich ihr warmes Bad und nur wenige stehen einfach da und glotzen. Immer wieder hüpft jemand jaulend durch die Gegend, weil es doch zu heiß geworden ist und sucht Abkühlung im nahen Meer. Es ist einfach nett zu erleben, aus welch geringem Anlass, Erwachsens zu Kindern werden können.

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Gleich um die Ecke, in Hahei, bezogen wir unser Quartier für die Nacht.

Maori_Kultur

Samstag, 01. April

In der Gegend um Rotorua leben sehr viele Maori. Deshalb ist es nicht verwunderlich, dass gerade hier zahlreiche Veranstalter Programme anbieten, die sich mit der Maorikultur befassen. Einige Maori Tribes haben es verstanden, geothermische Erscheinungen auf ihrem Stammesgebiet zusammen mit einer kulturellen Performance zu einem attraktiven Gesamtangebot zu schnüren. Wir haben den „Park“ Te Puia besucht. Dieser liegt auf dem Stammesgebiet der Tuhourangi und verfügt mit dem Geothermalgebiet Whakarewarewa über das größte Geysirfeld Neuseelands und angeblich auch über den größten Geysir der südlichen Hemisphäre. Seine Wassersäule von maximal 10 m versteckte sich bei unserem Besuch meist hinter einer gewaltigen Dampfwolke.

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Beachtlich ist die vom Geysir erzeugte Versinterung. Immer dort wo Solfatare die Sinterterrassen durchbrochen haben, ergaben sich besonders interessante Ablagerungen.

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Die Schlammlochfelder begeisterten uns nicht nur durch ihr ständiges Geblubber, sondern insbesondere durch die Vielgestaltigkeit der einzelnen Schlammlöcher und die Unterschiedlichkeit der Grautöne. Man sollte nicht glauben, was man aus ein wenig Dreck alles machen kann.

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In einer Art Freilichtmuseum kann man unterschiedliche Bauwerke bestaunen. Kunst und Architektur sind hier in der Regel zu einem Gesamtkunstwerk vereint. Das marae (Versammlungshaus) ist natürlich auch Zeugnis der Stammeskultur und macht eine Aussage darüber, wie bei den Maori Entscheidungen getroffen wurden und auch heute noch werden. Dieses Versammlungshaus ist das offizielle marae der Tuhourangi .

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Willkommenszeremonie vor dem marae

Ein besonderer Höhepunkt ist die kulturelle Performance. Sie besteht aus einer Abfolge von Ritualen, Gesängen und Tänzen. Die gesamte Aufführung hat folkloristische Qualitäten. Im Zusammenhang mit solchen Veranstaltungen drängt sich natürlich die Frage auf, ob die Darbietungen authentisch oder nur für die Touristen gemacht sind. Doch klar scheint mir, der Massentourismus schreibt seine eigenen Gesetze. Was die Touristen sehen wollen, bekommen sie zu sehen. Hierzu gehört natürlich die Willkommenszeremonie powhiri mit dem Berühren der Nasen sowie der warlike haka Tanz mit dem Rausstrecken der Zunge und dem furchterregenden Augen rollen.

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Nach dem Besuch in Te Puia machten wir uns auf den Weg zu den Okere Falls. Ich wollte den 7 m hohen Wasserfall in Augenschein nehmen, der kommerziell mit Kajaks und Rafts befahren wird. Ein wirklich imposanter Wasserfall, der mitten aus dem Urwald hervorbricht. Auch wenn der Wasserfall bei diesem Wasserstand sicherlich keine 7 m mehr hatte, nichts für mich.

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Dafür durfte ich ganz überraschend noch an einer touristisch ungeschönten Maori-Feierlichkeit Anteil nehmen. Ein Maori-Hochzeitspaar mit Trauzeugen hatten sich die Plattform oberhalb der Okere Falls als Ort für einen Fototermin ausgesucht und ich durfte auch auf den Auslöser drücken. Dabei hat sich für mich die oben gestellte Frage nach der Originalität von Ritualen deutlich relativiert. Was ist heute schon original Maori? Die Maori leben in der Gegenwart und nicht in der Vegangenheit. Sie sind in Neuseeland besser integriert, als die Aborigines in Australien oder viele Indianer in den USA oder in Kanada. Dies führt unweigerlich auch dazu, dass sie westliches Kulturgut aufgreifen und mit dem ihren verschmelzen. Dies zeigt die Braut in unkomplizierter Weise.

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Nachdem es mit dem Kajak fahren an den Okere Falls nichts werden würde, setzten wir unsere Fahrt an die Bay of Plenty fort. Im Flachland um die Bay waren wir dann tatsächlich im Kiwi-Land angekommen.

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In Papamona fanden wir einen Campground in exklusiver Lage direkt am Meer. Nach einem erfrischenden Bad im Südpazifik genossen wir den sonnigen Abend.

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Am Strand von Papamona. Die Nebensonne gilt als Vorbote schlechten Wetters.

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Die Berge im Hintergrund gehören zur Halbinsel Coromandel, unserem nächsten Ziel.