Lofoten_5 – das Polarlicht

Bei diesem Beitrag gibt es nur Bilder, Worte sind hier überflüssig.

 

 

 

Jetzt kommt doch noch ein Hinweis: Bei der nächsten Aufnahme handelt es sich um ein Panorama, das sich aus fünf hochformatigen Einzelbildern zusammensetzt.

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Das nachfolgende Bild zeigt den Ort, an welchem die Polarlichtaufnahmen entstanden sind. Am anderen Morgen war das schöne Wetter schon wieder vorbei.

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Mittwoch, 27. Februar 2019

Der Sturm hatte zwar etwas nachgelassen, doch der Regen blieb. Mein erstes Ziel war die am gleichnamigen Fjord gelegene Ortschaft Nusfjord. Auf dem Weg dorthin passiert man den Bergsee Storvatnet, dessen Eisschollen ein tolles Mosaik bilden.

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Bereits nach den ersten 50 m in Nusfjord hat mir der Sturm den Regenschirm zerlegt. Was soll´s, bislang ging es ja auch ohne.

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Im idyllisch gelegenen Nusfjord drängte sich mir die Frage auf, ob hier überhaupt noch Einheimische leben, die nicht am Fremdenverkehr ihr Geld verdienen.

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Als Nächstes steuerte ich den Strand von Haukland an. Dieser herrliche Sandstrand dient im Sommer als „Freibad“ für die Umgebung. Heute wollte allerdings keiner baden, denn dort wurde man richtig sandgestrahlt.

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Um diesen fantastischen Blick zu genießen, musste ich zuerst einen Bachlauf queren. Dazu hatte ich extra meine Gummistiefel angezogen. Ich hatte noch nicht einmal die Mitte des Baches erreicht, als eine kräftige Welle die Gummistiefel füllte. Was macht man nicht alles für ein paar Bilder?

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Aufgrund des anhaltenden Sauwetters überlegte ich mir ernsthaft, ob ich mich nicht früher als geplant nach Tromsö zurückziehen sollte, doch am Nachmittag sah der Himmel aus, als wollte sich Hochdruck durchsetzen. Also zurück auf meinen Campground nach Ramberg. Als ich den Strand bei Flakstad passierte, legte ich nochmals einen Fotostopp ein. Der Regen hatte inzwischen aufgehört. Deshalb wollte ich versuchen die riesigen Steinblöcke mit einer Langzeitbelichtung festzuhalten. Hier die Ergebnisse.

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Einige wenige Wasserflecken muss ich noch beseitigen, das kommt aber später dran.

Es ging schon gegen Mitternacht, als der Himmel tatsächlich aufriss und das Nordlicht zaghaft durchschimmerte. Also rein ins Auto und raus aus dem Städtchen, weg vom Licht.

 

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Im Vergleich zum ersten Nordlicht war das eine klare Steigerung, doch es sollte noch besser kommen.

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Am Montag, 24. Februar 19, fuhr ich weiter in Richtung A, dem letzten Dorf am Ende der E10, ganz im Südwesten der Lofoten.

Seitdem ich tags zuvor hier in Ramberg angekommen war, hatte der Regen nicht mehr aufgehört. Der Sturm ist derart angeschwollen, dass am Sonntag weder Auto fahren noch Fotografieren Sinn machte.

Inzwischen habe ich gelernt, immer dann zu fotografieren, wenn es gerade mal nicht regnet. Nur so ist es möglich, die wenigen regenfreien Stunden zu nutzen. Deshalb fing ich heute gleich in Ramberg an. Ein unspektakulärer Ort und dennoch findet sich ein lohnender Schiffsfriedhof und wohlriechende Trockengestelle für Stockfisch oder genauer gesagt für deren Köpfe.

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Ich mach´s kurz, das Sauwetter setzte sich fort. In A legte ich mich früh in die Koje und erwachte gegen 22 Uhr an der Stille – kein Geprassel auf dem Autodach. Als ich durchs Fenster schielte, traute ich meinen Augen nicht, Sterne! In kürzester Zeit war ich fahrbereit. Zwischen den Straßentunneln vor Reine kannte ich einen relativ dunklen Parkplatz. Da wollte ich mein Glück versuchen.

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Und ich hatte Glück – mein erstes Nordlicht! Gerade einmal eine halbe Stunde, dann waren die Wolken wieder dicht.

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Am Dienstag war ich vor Sonnenaufgang wieder unterwegs. Erster Stopp: Reinehalsen. Als ich ankam war ich noch alleine. Doch es dauerte nicht lange bis eine Fotografen-gruppe nach der anderen eintraf. Es galt die regenfreie Zeit zu nutzen! Ein nächster Stopp in Reine, hier mit dem berühmten Olstinden (675 m), schloss sich an.

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Die nachfolgende Aufnahme zeigt den Blick von Hamnoy zurück auf die gelbe Rorbuer-Anlage von Sakrisoy.

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Gleich im Anschluss gelangt man zum netten Hafen von Hamnoy.

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Bei neuerlich einsetzendem Regen ging es zurück in Richtung Ramberg. Kurz davor bog ich jedoch über zwei herrliche Brücken nach Fredvang ab.IMG_8723

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Die Häuser der Ortschaft sind weit verstreut auf kleine Erhebungen oder am Hang  gebaut, denn sie liegen nur wenige Meter über dem Meeresspiegel. Durch das moorige Schwemmland mäandriert hier die Sandelva dem Sandbotnen entgegen. Bei Flut wird das Flüsschen aufgestaut und setzt große Flächen unter Wasser.

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Hier in der Abgeschiedenheit am Sandbotnen hoffte ich, das Nordlicht nochmals vor die Linse zu bekommen und am Mittwoch wollte ich dann zur Bucht Kvalvika wandern. Doch es kam alles wieder ganz anders.

Morgens, wenn die Pendler kommen …

Dass die Fahrradbrücke bei Dusslingen auch unterm Sternenhimmel eine gute Figur abgibt, steht außer Frage.

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Spannend ist es zu beobachten, wie zwischen 5 und 7 Uhr in der Früh, der Berufsverkehr einsetzt und sich je nach Fahrzeug immer wieder neue Beleuchtungseffekte ergeben. Gemeinsam mit den Sternen gelingt den Pendlern dabei eine überzeugende Performance.

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Sogar die Polizei machte bereits zu dieser frühen Stunde eine Fahrt ins Blaue.

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Etwas später schlich sie sich dann behutsam über den Horizont, die blaue Stunde. Und schon wurde es Zeit, um Brötchen fürs Frühstück zu organisieren.

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Weihnachtsgrüße

Mit einem Blick über das verschneite Tannheimer Tal grüße ich alle Guckloch-Gucker und wünsche fröhliche und entspannte, aber auch besinnliche Festtage und einen guten Rutsch.

Horst

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Bluegrass Jamboree

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Seit 10 Jahren beschert Rainer Zellner, Organisator des „Banjo Bus“, dem franz k einen musikalischen Leckerbissen der besonderen Art – das Bluegrass Jamboree. Immer wieder gelingt es ihm überzeugende Künstler aus der Bluegrass- Szene nach Reutlingen zu holen.

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Auch in diesem Jahr standen wieder drei Ensembles auf dem Programm. Den Anfang machten die Brother Brothers. Die eineiigen Zwillinge Adam und David Moss knüpfen an die lange Tradition der Brüder-Duette in der Country- und Bluegrass Musik an. Es gelang ihnen mühelos, das Publikum für ihre Story Songs zu begeistern. (links Adam, rechts David Moss)

Nach den ruhigeren Tönen zum Einstieg, heizte das Quartett „Bill and the Bells“ aus Virginia die Stimmung an. Das Ensemble knüpft sowohl musikalisch als auch in seinem Outfit an die Anfänge der Country Musik und die Radio-Shows der 30er-Jahre an. Damit trafen sie bei den Zuschauern im franz k ins Schwarze.

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Andrew Small: Kontrabass, Kalia Yeagle: Geige, Gesang, Kris Truelsen: Gitarre, Gesang, Grace van´t Hof: Banjo, Ukelele und Gesang.

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Kalia Yeagle aus Alaska überzeugte an der Geige.

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Andrew Small hielt im Hintergrund die Fäden zusammen.

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Grace van´t Hof …

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… machte nicht nur am Banjo oder der Ukelele eine gute Figur!

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Das unbestrittene Zentralgestirn der Gruppe ist jedoch Kris Truelsen.

Das Quintett Jeff Scroggins & Colorado mischte mit seinem dynamic Bluegrass das Publikum endgültig auf. Es ist deshalb keine Übertreibung, wenn diese Band als „Bluegrass Explosion“ bezeichnet wird.

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Greg Blake: Gitarre, Gesang, Ellie Hakanson: Geige, Gesang, Danny Booth: Kontrabass, Tristan Scroggins (der Sohn): Mandoline, Gesang, Jeff Scroggins (der Vater): Banjo, Gesang.

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Jeff Scroggins, der sich mit dem Bluegrass-Ensemble „Colorado“ einen Traum erfüllte, wurde bislang zweimal zum Banjo-Spieler des Jahres gewählt.

Gregor Blake aus den Bergen West Virginias ist die absolute Bluegrass-Stimme der Band.

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Danny Booth hatte nicht nur seinen Bass voll im Griff, sondern auch das Publikum. Ihm gelang es mühelos den gesamten Saal einzubinden und so die Stimmung anzuheizen.

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Aber auch Tristan, der als neuer Stern am Mandolinenhimmel gehandelt wird, und Ellie Hakanson, virtuos mit ihrer Geige und gut bei Stimme, beherrschen ihr Element.

Doch was wäre ein Bluegrass Jamboree ohne das große Finale, bei dem alle Ensembles gemeinsam auftreten. Selbst der Organisator Rainer Zellmer konnte es sich nicht verkneifen, zum Instrument zu greifen.

Es begeistert immer wieder, wie unkompliziert das Zusammenspiel zwischen den unterschiedlichsten Gruppen gelingt.

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Wir freuen uns schon auf´s kommende Jahr!

 

 

 

Berlin querbeet

Vom Panoramapunkt am Potsdamer Platz hat man wirklich die beste Aussicht auf Berlins Mitte. Ich war erstaunt, wie eng beieinander die geschichtsträchtigen Punkte der Stadt liegen und war begeistert davon, wie die Freiräume, die mit dem Mauerfall entstanden sind, gestalterisch genutzt wurden.

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Der Blick schweift hier vom Bahn-Hochhaus zum Reichstag. Dahinter erkennt man das neue Regierungsviertel, das über die gesamte Breite des Bildes reicht. Noch weiter hinten ist der massige Block der Charité nicht zu übersehen. In der Mitte rechts hingegen übersieht man leicht das Brandenburger Tor.

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Diese Aufnahme zeigt den Blick auf die Berliner Philharmonie (rechter gelber Bau) und deren Kammermusiksaal (links daneben). Dahinter erstreckt sich der Tiergarten im Herbstkleid. Am Rande des Tiergartens erkennt man weiter: Den türkisen Bau der Österreichischen Botschaft, dahinter den Weißen Quader der Baden-Württembergischen Landesvertretung und die rosa Fassade der Italienischen Botschaft.

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Dies ist der Blick hinab auf den Potsdamer Platz, der Berlin den Anstrich einer modernen Metropole geben soll. Von unten betrachtet eröffnet sich dem Betrachter folgender Blick.

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Einen Einblick in die berliner Demonstrationskultur erhielt ich vor dem Brandenburger Tor. Ein einzelner Demonstrant, der für „Stasi raus“ eintrat aber darüber hinaus keine großartige Gelegenheit erhielt, um seine Botschaft weiter zu erklären, machte sich nach Aufforderung durch die Polizei leicht frustriert vom Acker.

 

In Sachen Plakatwerbung sprangen mir auch einige Schmankerl ins Auge.

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Bei so viel Magie traut sich selbst der Alex kaum aus der Deckung. Doch die Rettung naht in Form von Verdi!

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Wer hätte gedacht, dass Verdi so viele Revolverhelden für sich arbeiten lässt. Diese scheinen jedoch nicht aus der staubigen Wüste, sondern direkt aus dem Spreekanal zu kommen. Doch Verdi ist hier nicht alleine. Offensichtlich gefällt den Bewohner dieser Straße der rote Klinker nicht, weshalb sie zum bewaffneten Widerstand aufrufen.

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Diese Plakate gefielen mir am besten. Erst aus der Kombination ergibt sich eine eindeutige Botschaft. Insgesamt keimte in mir der Verdacht auf, dass es in Berlin eine Stelle geben muss, die das Aufstellen und kombinieren von Plakaten koordiniert, denn so viele Zufälle kann es wohl kaum geben. 😉

 

In Kreuzberg fiel mir ein Fahrradladen durch seine originelle Bemalung auf. Auch eine Art gelungener Plakatwerbung!

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Zurück in Berlin Mitte, kommt man um den Checkpoint Charlie nicht herum. Ich war mir nicht ganz schlüssig, ob der Zirkus, der hier veranstaltet wird, die Erinnerung an diesen historischen Ort eher wachhält oder beschädigt.

 

Gleich nebenan befindet sich hinter einer Informationswand die Black Box Kalter Krieg.

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Die Informationswand, zugleich Einfriedung des Geländes, zeigt in beeindruckenden Bildern die Geschichte der Berliner Mauer. Beim Anblick dieser Bilder habe ich gespürt, wie emotional verankert diese Ereignisse in mir sind, obwohl ich diese als Kind und Jugendlicher nur aus großer Entfernung mitbekommen habe. Ganz offensichtlich war die Bedrohung damals in der gesamten Republik gegenwärtig. Deshalb ist mir die momentane politische Entwicklung völlig unverständlich. Lernen wir wirklich nichts dazu?

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Zum Schluss nochmals das Regierungsviertel mit dem Blick über die Spree, diesmal aber in Farbe.

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